Eine Zukunft für die Kinder im Frauengefängnis

Die gemeinnützige Organisation Oeser bietet etwa 20 Kindern, die mit ihren Müttern im Stadtgefängnis wohnen, eine bessere Zukunftsperspektive, indem ihnen Zugang zu einer qualitativ guten Betreuung, Förderung und Schulbildung in einem sicheren Umfeld geboten wird. Ausserdem profitieren die Kinder von einer Gesundheitsversorgung, die ihnen sonst nahezu verwehrt bleiben würde. Die Mütter sind zumeist alleinerziehend oder ihre Partner sind ebenfalls im Gefängnis. Einige Mütter beantragen auch nach ihrer Entlassung für ihre Kinder eine weitere Teilnahme am Projekt und nehmen ebenfalls die Transportmöglichkeit in Anspruch.

Oberziel: Gewährleistung einer liebevollen, Sicherheit und Vertrauen vermittelnden Tagesbetreuung für Kleinkinder und Zugang zu einer ganzheitlichen, individuellen Förderung und qualitativ guten Primarschulbildung für benachteiligte Kinder aus dem Frauengefängnis von Cochabamba.

Projektziel: Zugang zu optimaler Unterstützung der physischen und psychischen Entwicklung und ganzheitlicher Förderung und Schulbildung für 20 Kinder von 1-9 Jahren aus dem Frauengefängnis von Cochabamba.

Spezifische Ziele:

Projektbeschreibung

Die Gefängnisse von Bolivien sind überfüllt, jedoch nicht nur mit Erwachsenen. Kinder unter sechs Jahren bleiben meist bei ihren Müttern, wenn diese straffällig wurden und im Gefängnis einsitzen müssen. Mehr als 2000 Kinder leben so in Frauen-Gefängnissen. Für die Familie einer straffälligen Mutter ist es, meist aus finanziellen Gründen, nicht möglich, ausserhalb des Gefängnisses für ihre Kinder zu sorgen. Staatliche Waisenhäuser sind stets überfüllt und schlecht geführt, sodass die Kinder trotz der widrigen Umstände im Gefängnis bei ihren Müttern besser aufgehoben sind.

Die Kinder schlafen mit ihrer Mutter und anderen Insassen auf sehr engem Raum, meist nur auf Decken gebettet, auf dem Fussboden. Das Gefängnisgebäude des Frauengefängnisses in Cochabamba hat drei Stockwerke und einen kleinen Innenhof, wo sich das Gefängnisleben hauptsächlich abspielt. Die Enge in der überfüllten Anstalt ist bedrückend.

Innerhalb des Gefängnisses werden die Kinder nicht selten Opfer von Gewalt oder in vereinzelten Fällen sogar von Prostitution. Viele der Kleinkinder wurden schon im Gefängnis geboren und wachsen in einem System auf, in dem das "Gesetz des Stärkeren" gilt.

Die Gefängnisinsassen müssen, bedingt durch eine äusserst langsame Justiz, bis zu fünf Jahre auf ein Gerichtsurteil warten. Nur etwa 12% der Frauen im Gefängnis haben ein rechtsgültiges Urteil.

Im Schulzentrum CENTRO VILLA CANDELARIA werden seit mehreren Jahren rund 20 Gefängniskinder zwischen 1-9 Jahren wochentags betreut und unterrichtet.

Die Kinder werden morgens mit einem Minibus vom Frauengefängnis abgeholt und zum CENTRO VILLA CANDELARIA" gefahren, wo sie zusammen mit andern Kindern von 08:00 bis 16:30 h eine altersgerechte, liebevolle Betreuung und Förderung erfahren. Diese wird ergänzt mit einer gesunden Ernährung (Frühstück, Mittagessen, Zwischenmahlzeiten) sowie regelmässigen Gesundheitskontrollen.

Angesichts der sozialen Herkunft und der schwierigen Situation der Familien ist das Angebot für die Begünstigten kostenfrei.

Aktivitäten

Damit die Kinder aus dem Gefängnis ihrem unverschuldeten Schicksal tagsüber entfliehen und sich so normal wie möglich entwickeln können, werden sie zusammen mit andern Kindern im Kinderhort, Kindergarten oder in der Primarschule betreut und unterrichtet.

Die Leiterin des Kinderhortes ist verantwortlich für die Durchführung des Projektes, koordiniert mit den Behörden und den inhaftierten Müttern, organisiert den Transport der Kinder und kümmert sich um ihre Gesundheit. Sie sorgt dafür, dass sie ins Spital, zum Psychologen oder Zahnarzt gebracht werden und besorgt Medikamente. Sie ist es auch, die Fotos für die Mütter macht, damit diese am Schulalltag oder an speziellen Aufführungen ihrer Kinder teilhaben können. OESER bietet den Kindern eine soziale Integration verbunden mit einer auf christlichen Werten basierenden Erziehung und Bildung.

Oft sind es Freiwillige aus der Schweiz (über den Verein Cuidamos), aus UK (über Tearfund) oder aus Deutschland (über CFI-Christliche Fachkräfte International), welche die Kinder morgens abholen und mithelfen bei der Tagesbetreuung.

Ressourcen und Finanzen

Schulzentrum CVC
Jahr 2018
Kosten/Jahr und Kind [EUR] Anzahl Kinder Budget für 2018 [EUR]
Stipendium 100% im Kinderhort / Schule 540 20 10.800
zusätzliche Betreuung 275 20 5.500
    Gesamtbetrag [EUR] 16.300

Das Stipendium beinhaltet die Ganztagsbetreuung im Kinderhort oder in der Primarschule, drei Mahlzeiten am Tag, Schulmaterialien und einen Betriebskostenanteil.

Dazu kommen die Ausgaben für die Koordination, den täglichen Transport der Kinder vom Gefängnis zur Schule, Volontäre, und ein Betriebskostenanteil (zusätzliche Betreuung).

Finanzierung des Projekts 2018 [EUR]
Stipendien aus Bolivien 2.400
Stipendien aus USA, D, UK 3.500
Verein cuidamos CH 2.250
offener Betrag 8.150
Einnahmen total 16.300

Spendenbarometer

8150
aktuell: 251,50
Kinder/Monat
100
aktuell: 3